‚tschuldigung, ich hab Gefühle.

„geht es dir nicht gut?“ fragte Schwiegermutter Freitag Vormittag, gegen 11:00
während ich noch mit dem Atmen und dem Schlucken kämpfe, kommt ein ‚Nein‘ heraus
‚meine Nichte hatte einen _schweren_ Schlaganfall‘
„ahso.“

ich wollte wissen, ob ich die Kinder nachmittags evtl vorbei bringen können
da ich noch überhaupt keinen Plan hatte, wie der weitere Tag verlaufen würde
ich wollte mir diese Option offen halten

tatsächlich hab ich sie genutzt
und hab den Nachmittag zum durchatmen gebraucht
das was in meinem Kopf in dem Moment vorging
zu verstehen?
vom verarbeiten bin ich selbst jetzt noch entfernt

die Tränen kommen immer wieder hoch
oft unkontrolliert
ich kann nichts dafür
ich bin nun mal so
ich hab Gefühle

„hast du dich wieder etwas beruhigt?“ wollte meine Mutter am Freitag nachmittag wissen
„du warst ja heute morgen schon sehr aufgeregt“
Entschuldigung
ich bekomme nicht jeden Morgen um kurz vor 8:00 die Neuigkeit, das jemand aus meiner Familie einen _schweren_ Schlaganfall erlitten hat, vor dem ersten Kaffee serviert.
die Tatsache, das meine Mutter bereits morgens vor 8:00 einen „Vorsprung“ von ungefähr 12 Stunden mit dieser Nachricht hatte und daher Zeit hatte, ihr „Schutzmäntelchen“ anzuziehen, ist eine andere Geschichte.

allein die Worte „_schwerer_ Schlaganfall“ muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen
mit 27

Freitag vormittag war ich faul.
zumindest was meinen Haushalt und die tägliche Dinge wie Sport machen angeht
stattdessen hab ich im Internet recherchiert
mit der Mutter des Freundes telefoniert
– sie hatte den Schlaganfall im Krankenhaus –
das war soweit schon mal „gut“ und vllt das Quentschen Glück, das sie gebraucht hat
ich bekam Informationen aus zweiter Hand

ausserdem rief ich ihre Mutter an
zu der ich das letzte Mal vor vermutlich über 26 Jahren gesprochen habe
mehr muss ich dazu wohl nicht sagen, da die Jahreszahl für sich alleine spricht

ich bekam Informationen aus erster Hand
auch wenn es sich seltsam anfühlte, als sie von „ihrer Prinzessin“ sprach, weil einfach 26 Jahre Lücke zwischen uns klafft, aber durch die Geschichten von meiner Nichte, weiss ich leider auch, was vieles so „schief“ gelaufen ist in der Kindheit meiner Nichte, vielleicht hört sich das „Prinzessin“ auch deswegen so komisch an …
meiner Mutter passt es nicht, das ich mit der Mutter gesprochen habe.
ja, die Mutter hat Fehler gemacht, meinen ELtern gegenüber, meinem Bruder gegenüber, vllt auch mir gegenüber. Aber ich bin auch nicht fehlerfrei. und was bleibt, ist tatsächlich die Tatsache, das sie nun mal die _Mutter_ ist. an diesem Punkt kann man tatsächlich nicht rütteln. Punkt.
mein Bruder hat noch sehr viel offenes aus der Vergangenheit. vieles, was ihn heute immer noch tief verletzt. aber er machts nichts als Vorwürfe zu verteilen, die „Schuld“ auf andere zu übertragen. die Fehler, die er gemacht hat, sieht er nicht. will er nicht sehen, oder kann er nicht sehen.

mir tat das Gespräch mit der Mutter gut.
sie fing zwar auch an, über meine Eltern und über meinen Bruder zu reden, aber ich sagte ihr auch, das ich dazu lieber nichts sagen möchte.
es sind alte Geschichte, die ich jetzt nicht aufwärmen möchte.

im Welchsel mit der Mutter des Freundes und ihr, bekam ich am Freitag Neuigkeiten aus dem Krankenhaus

am Samstag wollte die Mutter mit ihrem Mann „hoch“ fahren.
mein Bruder mit seiner Freundin auch.

dadurch das der Anfahrtsweg ungefähr 200km ist, bekamen sie ausserhalb der Besuchszeiten die Möglichkeit, meine Nichte zu sehen.

worüber ich mich gestern am meisten geärgert hatte war die Tatsache, das mein Bruder mich am „langen“ Arm mit Neuigkeiten verhungern ließ.
mir hätten Statusmeldungen gereicht wie, wir hatten ein Gespräch mit dem (Ober)Arzt. wir fahren jetzt (17:00) los. es ist unverändert. sie reagiert auf Ansage, sie kann alleine atmen, sie schläft viel, usw.

um 19:45 rief meine Mutter dann an, und reichte mir dann den Höhrer an die Freundin meines Bruder weiter, da mein Bruder selber nicht in der Lage ist zu telefonieren.
das ich mit besagter Freundin noch ein Missverständnis seit einem halben Jahr offen habe, über das ich mit ihr am Dienstag sprechen wollte, lass ich mal dahin gestellt.
ich bekam von ihr nun zu hören, wie die Lage war. meine Fragen konnte sie weitesgehend hin beantworten.
lies aber auch durchscheinen, das sich die Mutter meiner Nichte beim Arztgespräch vordrängelte und diese über 1 Stunde beanspruchte.
scheinbar war weder mein Bruder noch sie in der Lage, die alten Konflikte einfach mal beiseite zu legen und einfach nur mal _nachzufragen_
ich glaube kaum, das die Ärzte von der Intensiv Zeit haben, sich mit jedem aus der Familie auseinander zu setzen und jedes Mal das gleiche zu erzählen. Allein mit dem Gesprächen, wäre fast der Arbeitstag rum und sie könnten sich tatsächlich nicht mehr um die Patienten und damit um ihre eigentliche Aufgabe kümmern.

jedenfalls hat mein Bruder und seine Freundin dann den Oberarzt um Auskunft gebeten. Was dieser auch gemacht hat.

Am Mittwoch fährt mein Bruder wohl wieder hoch und hat dann wohl auch einen Gesprächstermin mit dem Arzt.

was mich daran schon wieder nervt ist, das die „Gesprächskette“ hier in dem Fall wg der alten Konflikte nicht möglich erscheint. auch wenn der Gatte meine Gedanken aussprach, in dem er sagte, das er hofft, das sich jetzt im Denken der anderen etwas ändert, weil eben jetzt tatsächlich was passiert ist, aber ich denke, hier wird auch das auch nur ein „Wunschgedanke“ bleiben.

denn am Dienstag hatte ich meinen Bruder angeschrieben, das ich gerne mit ihm reden würde. und dabei kam er auch auf das o.g. Missverständnis zu „sprechen“. das „Stille Post“ Spiel. zeitgleich hatte ich mit meiner Nichte geschrieben um sie da auf dem laufenden zu halten, weil sie auch gerne mehr Ruhe hätte, wozu mein Bruder bis zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage war.
bei diesem „Stille Post“ Spiel, spielt besagte Nichte leider auch eine Rolle.
überhaupt ist mein Bruder sehr unglücklich, das ich zu meiner Nichte seit mehr als einem Jahr einen so zahlreichen und vielfälltigen Kontakt pflege.
das wäre wohl jeder, wenn man wüsste, was alles über _mich_ gesagt wurde.
wenn ich mit dritten über die gesagten Aussagen spreche, ohne Wertung meinerseits, kommt eins immer wieder zum Vorschein. Neid. Eifersucht.
„ich kann nichts von anderen annehmen“ war eine der Aussagen.
letztes Jahr sprach ich mit meiner Nichte darüber, das ich ungerne zu meinen Eltern fahre, weil ich mich da einfach nicht mehr wohlfühle.
sie erzählte mir, das mein Bruder und seine Freundin darüber diskutieren, das ich seitdem Einzug der Freundin weniger zu meinen Eltern fahre.
„versuch doch einfach wieder öfter hinzufahren“ sagte sie.
seufzen. stöhnen. meinerseits.
na gut.
ich machte es. ich fuhr zu allmöglichen Dingen wieder zu meinen Eltern.
bei jedem meiner Besuche, musste mein Bruder und/oder seine Freundin, sich mit dem Hund in eins ihrer zwei Zimmerchen zurückziehen, da die Kleine eine grosse Angst vor dem Hund hatte.
das ist nun mal so. und da helfen auch keine Worte von den anderen „der tut nix“ „der will nur spielen“ blablabla
ja nee, ist klar ne? wenn mir ein Hund in die Augen gucken könnte, ich bin 1,62m „gross“ dann hab ich heute noch Angst.

Scheinbar nahmen meine Besuche nun „Überhand“ und so entschloss man sich, sich jetzt doch was „eigenes“ zu suchen. was sie nun auch im September gemacht haben.
ich weiss noch, als ich meinem Umfeld darüber erzählte, das die Freundin bei meinem Bruder im Haus meiner Eltern einzieht und mir jeder sagte, da ziehen die nicht mehr aus.
ich glaubte keinem. falsch gedacht.

da ich mich gedanklich immer noch mit meiner Chemo beschäftige, was Sinn macht, wenn ich diese Erfahrung verarbeiten möchte, muss ich mich ja auch den unangenehmen Dingen aus dieser Zeit widmen. den Sprüchen meiner Brüder, den Sprüchen der Freundin meines Bruders, dem Desinteresse und dem „Stillen Post“ Spielchen.
meine Nichte meinte noch Dienstag abend zu mir, „bist du dir sicher mit dem was du da tun willst? ich will nicht, das du verletzt wirst durch meinen Vater.“
ja, ich weiss genau, was ich da tun will. wollte. den aufgrund der neuen Ausgangssituation ist es auf der einen Seite leichter, meinem Bruder zu erklären, das ich eben nicht, wie er behauptet „Friede, Freude, Eierkuchen“ haben will. das so Dinge wie ein Schlaganfall immer und bei jedem passieren kann. das ich seine Wahrheit wissen will und ihn mit meiner konfrontieren möchte, das wir die Dinge klären. das wenn sowas bei ihm passieren sollte, ich mit einem reinem Gewissen ins Krankenhaus fahren kann, weil wir uns endlich einmal ausgesprochen haben.
auf der Seite weiss ich gar nicht, ob er noch die Zeit und die Muße hat, sich einem Gespräch mit mir zu stellen.
in diesem Fall muss ich auch im Warten üben.
die Freundin meines Bruder hatte trotz der eigenen Ansage am Mittwoch keine Zeit und/oder Lust, sich einem klärenden Gespräch zu stellen.
ok. dann nicht. wer nicht will, der hat schon.

ich würde mir nur wünschen, das die Freundin und auch mein Bruder, mich jetzt nicht am „langen Arm verhungern lassen“ und ihre „Spielchen“ so treiben, das ich bei Neuigkeiten einfach ausgeschlossen werde. wg der Missverständnisse. wg den Problemen zwischen uns.

gestern vormittag rief mich die Freundin von Schwiegermutter an
sie merkte mir sofort an, das was nicht stimmte und ich erzählte.
hier bekam ich das erste mal eine echte und ehrliche Reaktion.
gefühle.
ausgesprochen.
mit_gefühl.

es tat gut.
es tat einfach nur gut.
und auch die Nachricht von meiner Freundin von Freitag abend.
„ich hab dich lieb. so wie du bist.“

so bin ich halt.
mit gefühl.

sofern noch jemand diese letzten Worte hier liest, danke. danke fürs lesen.
Twitter hat mich gestern und vorgestern getragen.
über jedes einzelne Wort hab ich mich gefreut.
über jedes einzelne Herz.
auch wenn ich nur ein „danke“ zurück geschrieben habe, weil ich oft vor Tränen die Buchstaben nicht mehr richtig lesen konnte.
danke.

vielleicht hab ich da weiter oben zu viel Text.
zu viele Worte.
aber in 140 Zeichen passt nur das notwendigste rein.
vielleicht ist es auch verworren geschrieben. das man es als aussenstehender nicht mehr verstehen kann.
ich wollte es mal alles raus lassen. festhalten. für mich. schriftlich. das ich in meinem Köpfchen mal ein bisschen Platz bekomme.

Novemberblues im Oktober?

ich weiss nicht so recht, was los ist mir
ist es wirklich nur ein Novemberblues im Oktober?
oder steckt was anderes dahinter?

und es fällt mir schwer zu überlegen, wie es sich letztes Jahr im Dezember oder Anfang des Jahres im Januar angefühlt hat, als meine Blutwerte so bescheiden waren
ich hab einfach keinen wirklichen Antrieb im Moment
weder um mein Schrittkonto zu füllen
wobei das regelmässig mit dem stricken kollediert
oder um aufs Fahrrad zu steigen, was ich im Sommer total gerne und mit fast täglicher Regelmässigkeit getan habe
[und ja, nach mehr als 1000 km auf dem Rad kann ich behaupten, ich sehe meine Wadenmuskeln!)

ach ja, das Abnehmen
da war auch noch was
es funktioniert im Moment nicht wirklich
die Lebkuchen Zeit ist da und erschwert das Ganze Vorhaben deutlich, wobei ich mich damit schon begnügen würde, einfach nur das bescheide Gewicht zu halten … irgendwie … tralala

ich hab das Nähen wieder entdeckt … und es macht, sofern die Nähmaschine mit der Fadenspannung gut läuft, auch wieder Spass.
hatte ich bis gestern noch auf eine Lieferung gewartet, die auch gestern kam, kämpfe ich wiederum mit dem Antrieb
blöde Sache, ich weiss. ich bin selber nicht glücklich damit

der Gatte und ich haben im Moment auch wieder … ‚AbsprachSchwierigkeiten‘
wobei dieses Problem immer wieder kurz vor seinem Urlaub auftaucht
ich kenne das schon
und ich weiss, das ich hier nur die letzten Stündchen mittlerweile nur noch zählen muss, bis er nochmal eine Woche Urlaub hab

die Herbstferien sind zur Hälfte geschafft
und danach geht es mit riesigen Schritten auf Weihnachten zu
die grosse ist mittlerweile in der zweiten Klasse und bearbeitet noch einen Teil der Bücher aus dem letzten Schuljahr
überhaupt gibt es immer wieder Bemerkungen über die Klassenlehrerin, was schief laufen soll und überhaupt
ich hab nur leider noch gar keine Vergleichsmöglichkeiten und versuche mich daran festzuhalten, was ich auch über den Kindergarten gedacht habe: die Grosse muss damit zurecht kommen und sie kommt auch mit der Lehrerin zurecht
[tätsächlich habe ich bereits mehr als einmal gesehen, das die Lehrerin beim Abschied von allen Mädchen immer gedrückt wird, die Jungs tun sich mit so einer Zuneigungsbekundung schwerer ;-)]

die Kleine integriert sich auch immer mehr ins Kindergartengeschehen
wir hatten neulich (auf meinen Wunsch hin) ein Gespräch mit den Erziehern und ich war den restlichen Tag ohne .B.H. unterwegs (manche auf Twitter hatten das nicht verstanden #kicher) da ich mit stolz geschwellter Brust unterwegs war … so ein kleines Erfolgserlebnis mit grosser Wirkung …

nach den Ferien wird das Laternen Basteln wieder los gehen
und auch wenn ich heute den Nebel einfach nur als Nebel war genommen habe, hab ich ein klein wenig mulmiges Gefühl … die letzten Bastelaktionen im Kindergarten sind immer auf den Jahrestag vom Sternenkind/Nebelkind gefallen, was es mir mehr als schwer gemacht hat, mich zu so einer Aktion aufzuraffen. aber der Gatte hat es jedes mal mit bravor gemeistert [und ja, jedesmal kam er als ElternBeirat wieder und es hat auch etwas gutes, mal die Einsicht in solche Dinge zu bekommen]

eigentlich wollte ich bis zum Jahrestag mit etwas fertig sein
etwas, das ich nur für mein Nebelkind machen wollte
aber es hakt noch an der Ausführung, weil ich bereits das zweite Probestück nicht als so erweisst, wie ich es haben will … grmpf

was nächsten Monat steht auch wieder eine Kontroll Punktion an
und auch wenn die Chem.o auch schon ein halbes Jahr her, und auch wenn es sich deutlich länger anfühlt, ertappe ich mich hier und da dabei, das es mir noch ‚in den Klamotten hängt‘
und ich denke, das ich beim nächsten Arztbesuch mal eine Kur als Thema ansprechen werde …

bleibt die Frage für mich: Novemberblues im Oktober? Ja? Nein? Vielleicht?

 

PS: nachdem mit Instagram mit seinen Vorschlägen die nervige Nachbarin von über uns vorgeschlagen hatte und ich mittlerweile den ein oder anderen aus der Umgebung auch bei IG entdeckt habe, hab ich leider ein paar Fotos löschen müssen. und versuche meinen privaten Account wieder etwas mehr zu nutzen …

Transformation oder die „Pony“Frage

ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie und warum ich gedanklich auf das Thema komme
aber es ist da
in meinem Kopf
und es arbeitet

hätte ich früher etwas anders gemacht, wenn ich von den „Folgen“ gewusst hätte?
ich weiss es nicht
denn gerade durch diese Situationen und durch mein damaliges Handeln, bin ich der Mensch geworden, der ich heute bin
und ganz ehrlich gesagt, bin ich mit mir zufrieden

wenn ich etwas geändert hätte
sofern ich in die Vergangenheit reisen könnte,
würde ich mir eine Liste mit all meinen Herzmenschen mitgeben
denn es wäre bestimmt schön gewesen, wenn ich sie alle schon etwas früher in meinem Leben hätte willkommen heissen können

es gibt sogar noch einige
zu denen ich heute keinen Kontakt mehr habe
wo ich mich hier und da ganz leise frage, wie es ihnen geht … und ob sie vllt auch hier und da mal an mich denken …

aktuell wurde der letzte Gedanken von der Halbfreundin ausgelöst
da ich neulich nochmal in aller Komplexheit mit dem Gatten über sie sprach
Dinge, die mich an andere Personen erinnern
Handlungen, die für mich einen hohen Energiewert verbrauchen
und ich tatsächlich nicht mehr will, weil es mir, huch, einfach und tatsächlich zu _anstrengend_ ist
Freundschaft, die anders definiert wird
Neid, den ich so nicht haben will

es gibt Neid, der ok ist. der vllt einen Anreiz schafft, der einen selber ansport
aber es gibt auch Neid, unter dem ich seit mehr als 10 Jahren leide
weil andere neidisch sind, weil andere einem was nicht gönnen, weil andere nicht in der Lage sind, es für sich anders zu regeln, zu machen, zu verändern
ich spreche da von meinen „ach so tollen“ Brüdern
und von dem Experiment für mich, ihnen das (irgendwann) verzeihen zu können
(wobei ich mich aktuell noch sehr weit weg davon befinde)

ich sehe Filme, Filme, die ich zufällig entdeckt habe, wo ich wieder ein kleines Puzzlsteinchen für mich entdecke, was _mich_ weiterbringt in meinem eigenen riesig grossem Puzzl des Lebens
ich versuche und ich übe mich daran, die Steinchen Stück für Stück richtig zu setzen
manchmal muss hier oder da ein Steinchen warten, weil ich noch nicht so weit bin, es zu setzen oder weil mir die Kraft dazu noch fehlt …

was mir gut tut, seid ihr
(danke nochmal dafür)

besonder schön fand ich mein „blind date“ kurz bevor wir in den Urlaub aufgebrochen sind
es ist schön fast irreal, einen Menschen, den man „kennt“, gegenüber zu stehen

als sie dann am Freitag vormittag aufgebrochen waren,
bin ich einen halben Tag wie „Falschgeld“ im Haus rumgelaufen
die grosse wollte bei der Oma bleiben und die kleine war sehr Handzahm
und ich fühlte mich sehr allein
obwohl ich es ja nicht war

auch wenn es auf der einen Seite gut ist, jmd in unmittelbarer Nähe zu haben, wie die Halbfreundin zB,
versuche ich etwas aus meinem „Schneckenhäuschen rauszukommen um neue Bekanntschaften oder auch Freundschaften zu schliessen
(auch wenn ich oft genug denke, das ich der „Geisterfahrer“ auf der Strasse bin oder das Alien unter den Menschen …)

der Neid meiner Brüder macht mir noch sehr zu schaffen
da ich gedanklich noch ungefähr 10 Jahre aufarbeiten muss
und oft genug nach dem „Warum“ frage

die Gespräche mit meiner Nichte tun mir gut
so gesehen, war auch meine Kontaktsperre letztes Jahr im August zu meinen Eltern zu etwas gut
ausserdem beweisst es mir, das ich in der Lage bin, eine „Beziehung“ zu meiner Nichte herzustellen, was ihr Vater in den letzten 18 Jahren nicht wirklich geschafft hat
was mich sehr, sehr, sehr traurig macht
(besonders wenn sie gewisse Kommentare, entweder aus ihrer Kindheit macht oder zu meinem Bruder abgibt, wo ich jedesmal denken muss, muar, das ist so krass, das sie ihn _so_ kennt und leider auch richtig einschätzen kann, weil er dann so handelt, wie er handelt und oft genug macht es mich sauer, das er so handelt, nur ich versteh nicht das „warum“ er so handelt und überhaupt, erkenne ich dann meinen Bruder in diesen Situationen nicht mehr wieder, weil ich ihn oft genug anders eingeschätzt hätte und habe)

Transformation
ich versuche mich gewichtlich zu verändern
weil ich wieder zurück in mein Wohlfühlgewicht möchte (zumindest in das letzte und dann kommt noch das andere irgendwann dran)
aber ich will auch wieder frech sein dürfen, Schlagfertig sein, etwas mehr mutiger, auch wenn ich trotz alle dem immer noch zu einem gewissen Punkt schüchtern bleibe, weil es auch ein Zug von mir ist. diese Schüchternheit

auch im Kopf möchte ich mich transformieren
möchte anders denken, möchte und muss Dinge wirklich los lassen, möchte mit weniger Emotionen ran, muss auch lernen, wirklich zu verzeihen
und das es mir wirklich egal sein muss, was bestimmte andere von mir denken, das es mich nicht mal mehr kratzt, was sie denken, wenn ich wieder über 3 Ecken erfahre

es gibt viel zu tun,
aber letzten endes will ich es auch
mich transformieren
aktuell steht die Frage mal wieder: Pony. wachsen lassen oder wieder schneiden?
und dann meine neuen Herausforderungen annehmen
unter anderen von EmmasWunderWelt … ;)
und wenn ich dann sagen kann, „ich bin dann mal schlank“ tatsächlich, für mich definiert, dann habt ihr daran auch euren Teil getan, durch all die Herzen und die Motivation, oft unbewusst von euch, aber mir tut es im Moment verdammt gut, das ihr die seid, die ihr seid und das ich auch ein kleines Stück an eurem Leben teilhaben darf …

danke dafür

ps. wer auch gerne mal n „blind date“ möchte, einfach nur was sagen
ich bin derweil in der Vorfreude auf meine München „blind dates“, auch wenn ich dafür noch keinen Termin habe
aber ich freu mich wie Hulle!!!

Freundschaften.

„willst du mein Freund sein?
ja [ ] nein [ ] vielleich [ ]“

irgendwie ist der Begriff Freund als Kind noch überall gleich definiert
werden wir älter, sieht es da auch schon ganz anders aus

mein bestes Beispiel ist die Halbfreundin
und ich muss ehrlich sagen
sie wird diesen Status wohl beibehalten
aber es ist ok
ok für mich
ich kann damit umgehen

schlimm finde ich es immer, wenn es sich nicht die Waage hält
wenn einer immer derjenige ist, der gibt, während der andere immer nimmt

das ist ein Ungleichverhältnis, womit ich nicht mehr klar komme
und was ich auch nicht möchte

wenn ich an früher denke
und wenn ich an Freundschaften denke
an echte
die, die mit dir im Regen stehen
die, die mit dir zu den berühmten Pfederstehlen unterwegs sind
die, die mit dir lachen
ja, auch die, die über dich lachen
aber das ist ein ehrliches lachen, weil die Situation einfach dann nur zum lachen ist
dann seh ich meine „Gang“von früher mir gegenüber stehen
wir haben viel gefeiert, viel gelacht, aber sie standen auch an meiner Seite, wenn ich traurig war, wenn es mir nicht gut ging
mittlerweile hab ich mit 14 wieder Kontakt über WA
andere hab ich bei FB gefunden
von einigen wenigen hab ich die Festnetz und Handynummer
es fehlen mir noch einige, die ich wahnsinnig gern wieder finden möchte

die Zeit damals war … unglaublich, kaum zu beschreiben, intensiv, schön, hat mir so unwahrlich gut getan

damals war ich noch jünger, entdeckte meine freche Seite, war wild
wie man halt so ist, bevor man so richtig auf die Fresse fliegt, man sich weh tut und sich zurückzieht, man vorsichtiger durchs Leben geht

ich könnte mir vorstellen, das auch in der Gruppe hier und da Leute gegeben hätte, die ein Problem mit Kr3bs und Ch3mo gehabt hätten
aber ich könnte mir auch vorstellen, das genau die, ganz anders reagiert hätten, als so mancher, der das im Februar erfahren hat

mit einigen hab ich bereits darüber gesprochen
die Worte, die ich bekommen haben, waren sehr schön und es ägert mich im Nachhinein, das sie keine Chance hatten, dabei zu sein
denn sie wären hier gewesen
hier bei mir
hätten mich unterstützt
wären da gewesen
hätten mich gefahren, mich gehalten, mit mir geschwiegen

seit dem ersten Wochenende im Juni, erlebe ich hier und da kleine Flashbacks
ich sehe den ein oder anderen vor mir
früher
was wir gemacht, erlebt haben

es tut mir gut
einfach nur gut

es ist Vergleichbar mit dem Gefühl nach einer längeren Reise wieder nach Hause kommen

und das will ich wieder
nach Hause kommen
zu denen
die mich so nehmen, wie ich bin
die mir vielleicht sagen, das ich mich in verschiedenen Punkten geändert habe
die nicht jede Entscheidung mittragen, weil sie anderer Meinung sind, diese aber so äussern können, das ich drüber nachdenke und versuche, das ein oder andere anders zu sehen
die einfach da sind

am allermeisten freue ich mich, das ich zu meinen zwei BFF wieder im ständigen Kontakt stehe
es ist ein sehr schönes Gefühl zu wissen, das sie nur eine Nachricht, einen Klick von mir entfernt sind

die Zeit damals des Alleinseins hab ich auch gebraucht
für mich
ganz alleine

der einzige Punkt, den ich heute nicht mehr ändern kann, ist der, das mein Ex da sehr viel kaputt gemacht hatte
aber auch das sind Erfahrungen, die man im Leben halt macht
auf den falschen vertrauen

Freundschaft
und wie ich sie heute wieder definieren kann
#unbezahlbar

und wenn ich beamen könnte, wenn mehr Zeit da wäre, dann würde ich alle auf einen Haufen packen
meine „Gang“, meine Twittermädls, meine InstaMädls und ihr.
meine Herzmenschen
<3

Nachdenklicher

ich lasse extra etwas frei,
um den Leser darauf hin zu weisen,
das der nachfolgede Eintrag
mitunter
von Krebs und Chemo handelt.

ich überlasse es jedem selbst,
nach unten zu scrollen
oder die Entscheidung zu treffen,
nein,
ich möchte das nicht lesen.

egal,
wie die Entscheidung fällt,
es ist mir einerlei,
wie ihr entscheidet.

ich hab dich lieb.

jeden einzelnen,
der mich mitunter in den letzten ü10 Jahren virtuell begleitet.
jeden einzelnden.
<3

das Krebs ein *rschloch wissen wir nicht erst seit gestern.
da meine Blutwerte eher in den Keller gingen, hatten wir Anfang Februar beschlossen, das ich meine Chemo angehe.
ja, ich hab sogar freiwillig gesagt "ich will" weil ich mein Leben so nicht mehr als "schön" empfunden habe.
die Lebensqualität war verloren gegangen
stattdessen sass eine launische und ständige müde Frau auf der Couch
das wollte ich nicht mehr
ich wollte zurück ins Leben

Freunde, Verwandte, Bekannte … haben sehr untersciedlich auf die Nachricht "Chemo" reagiert
so gesehen hatte die Chemo auch schon im Vorfeld ihr gutes
sie trennt tatsächlich die Spreu vom Weizen

aber es haben sich auch neue Freundschaften dadurch ergeben
das fand und finde ich immer noch sehr interessant …

mit meiner Ärztin hab ich auf jeden Fall eine gute Wahl getroffen
sie hat viel recherchiert, um mir das Medikament heraus zu finden, welches so wenig Nebenwirkungen hat, wie nur eben möglich ist

die Chemo an sich war unspektakulär
von Montag bis Freitag wurde ich ganz (dekadent) mit dem Taxi zum Krankenhaus gefahren
dort habe ich Platz gefunden zwischen den anderen Krebspatienten, die auch gerade ihre Chemo bekamen
meist musste ich n Stunde warten, gerne auch mal länger, bis meine Ärztin Zeit hatte, um mir die Bauchspritze zu geben
danach hatten wir noch n kurzen Smalltalk und dann bin ich wieder, nach einem Anruf, von dem Taxi abgeholt worden
die Wartezeit wurde überbrückt durch zwei WhatsApps und zwei Anrufe

zuHause war ich mehr als froh, das meine Eltern da waren
sich um die Kinder gekümmert haben
und mir auch was zu Essen gemacht haben

Mittwoch fing es dann an
mit der Übelkeit
Donnerstag kam noch Erbrechen hinzu
Freitag hatte ich null Motivation für die letzte Spritze

das Wochenende und die paar Tage danach
hab ich hauptsächlich mit Schlafen verbracht

Montag ging es nochmal ins Krankenhaus
diesmal fuhr der Gatte mich, da er ab jetzt zu Hause war
ich bekam Blut abgenommen und gegen Abend einen Anruf von meiner Ärztin über die paar Blutwerte

leider schlichen sich auch ein paar Entzündungswerte mit ein
das bereits Dienstag klar war, das ich ins Krankenhaus gehen müsste
stationär und isoliert

Mittwoch war es dann soweit
und ich hatte einen sehr fähigen AssistensArzt an meiner Seite, der meine nicht ganz einfachen Humor einfach hinnehmen musste
am Mittwoch bekam ich dann auch gleich noch etwas Fremdblut (Drakula Witze lassen grüssen!)

meine Familie durfte mich jeden Tag besuchen kommen
meine Eltern kamen abwechselnd mit dem Gatten und der Kinder (aus Platzgründen im Auto)

Freitag durfte ich bereits durch die Klinik gehen
dh. Caferteria und leider sauleckeren Kuchen
während meine Mutter mehr als 1 Kg zunahm, hat die Chemo mir ein – 2 kg auf der Waage beschert.
Wuhuu!

bereits am Samstag brachte der Gatte mir mein Strickzeug mit
tatsächlich hatte ich seit längerem nicht mehr wirklich die Lust und den Elan am stricken gehabt
aber auch das änderte sich

meine Milz, am Mittwoch noch gut zu ertasten, schrumpelte sich nach und nach auf Normalgrösse
und war bereits 6 Tage später nicht mehr wirklich zu finden

und Mittwoch sprach mein AssistensArzt bereits davon, das ich in den nächsten Tagen nach Hause fahren könnte
und so war es einen Tag später auch
der einzige Tag im übrigen, den der Gatte mal alleine zu mir kommen wollte …
stattdessen überraschten wir Oma, Opa und die Kinder beim nachmittags Spaziergang.

Während ich im Krankenhaus grosse Probleme hatte mit den zwei Wörtern "Krebs" und "Chemo"
(tatsächlich lies ich sogar jemanden zu mir kommen, der mit mir darüber sprach)
ist das tatsächlich nicht mehr allgegenwärtig zu Hause …

die neue Blutwerte waren bereits am letzten Tag im Krankenhaus besser als im Dezember/Januar
und jetzt springen sie alle, Stück für Stück in den Normalbereich

aber ich nachdenklicher geworden … durch die Chemo …
ich stelle es jeden Tag aufs Neue fest, wenn der Gatte mir ein Kinderfrei am Tag ermöglicht

diese Ruhe brauche ich noch
denn nächste Woche beginnt mein Alltag mit den Kindern
die Grosse hat noch Schulferien und die Kleine kommt nach den Ferien in den Kindergarten

ich hab etwas Angst, ja, vor dieser KinderVielZeit
aber ich weiss im Hinterkopf, das ich es irgendwie wieder schaffen werden
den normalen Alltag
mit rumblödeln, lachen, zanken, weinen, Pämpers frisch machen, waschen, kochen und endlich wieder einkaufen fahren …
ja, das ist in der Tat etwas was ich sehr vermisse, einkaufen fahren
auch wenn der Gatte mich bereits in den letzten Tagen drei mal mitgenommen hat
ist es für mich etwas anderes, in "meinen" Laden zu fahren
wissen, wo alles steht (hoffentlich haben die jetzt nicht umgeräumt!)
und ganz selbstverständlich an den Produkten zu greifen, die ich meistens einkaufe

warum ich erst seit ein paar Tagen mit "darf" zum einkaufen, wird man sich vielleicht als Leser fragen …
nun, meine eigene Körperabwehr war aufgrund der Chemo ziemlich im Keller
und man macht sich vielleicht selten oder gar nicht die Gedanken, wer als letztes den Einkaufswagen gefahren ist
oder das man angehustet oder angeniest werden kann …

Rückblickend betrachtet, haben wir alles richtig gemacht
den Zeitpunkt und den Krankenhausaufenthalt

die Blutwerte sprechen bereits für sich

ich denke, es ist auch sinnvoll, hier und da immer wieder mal zu schauen, mit wem man wie befreundet ist
denn ich glaube, nicht wird unterschiedlicher definiert als Freundschaft (oder auch Familie)

denn während Bruder 2 sich eher darüber aufregt, das meine Eltern derzeit springen, wenn ich Piep sage
hat sich Bruder 1 (oder auch Padi1) weder vor, noch während, noch nach der Chemo mal das Gespräch zu mir gesucht
Menschen, die sich vorher auch durch Herzwärmer zu mir auszeichneten, fühlen sich derzeit eher wie eine Gefriertruhe an
Verwandte, die sich nur beim Gatten nach mir erkundigen (u.a. auch Mrs Perfekt, wobei sie sich dann doch zweimal durchgerungen hat, um sich dann auch mal persönlich mit mir zu sprechen)
Menschen, die selber null Plan von Chemo haben, aber mit dem Halbwissen anderer wieder versuchen, über den Weg des Gatten, mich in eine Richtung zu zwängen, wo ich nicht hinwill … (Hallo, Mrs Perfekt, toller Plan ehrlich, wirklich toller Plan … #ironie … aber tatsächlich nicht umgesetzt … #thihihi)
Menschen, die vorher nie den Eindruck machten, das sie sich um andere Sorgen … der Gatte der Halbfreundin, der sehr regelmässig immer beim Gatten nachgefragt hat, mit einer Herzwärmer, die seiner Gattin verloren gegangen ist …
Menschen, die tatsächlich aus eigener Erfahrung wissen, was es heisst. Die mir mit Rat und Tat zur Seite standen. (So schön!)

Den Krebs als solches nehme ich nicht mehr wahr
er wird noch irgendwo da sein, sicherlich. aber erstmal durch die Chemo gebremst.
und wenn ich merke, das dieser Gedanke wieder überhand nimmt, suche ich mir Hilfe. Im Moment geht es ohne wieder.

Aber die Chemo, die Chemo hat mich verändert, anders als die Schwangerschaften, wo ich irgendwann wusste, das ich neben Mutter auch noch Frau bin und irgendwann wieder sein werde.
Ich kann noch nicht sagen, inwieweit die Chemo mich verändert hat.
Ich weiss nur, das ich nicht mehr zurück switchen kann, zu diesem Menschen, den ich vorher war …
ich kann auch nicht sagen, ob diese Veränderung für mich gut ist oder nicht. inwieweit andere damit klar kommen werden oder halt auch eben nicht.

als ich mich damals von "meiner" Community abgewandt habe, und zwar rigeros von allen, war es damals die richtige Entscheidung für mich.
es ging mir danach besser.
heute bin ich froh, das ich ein, zwei "Mädls" von damals in meiner TL wieder begrüssen durfte
sie tun mir gut. damals vermutlich auch schon, aber ich hab das irgendwann nicht mehr gesehen …

überhaupt hab ich so eine tolle TL … bei Twitter, bei Instagram
jeder einzelne hat mir gut getan
jedes Worte
jedes Herz

ohne EUCH da draussen, hätte ich es nicht so gut geschafft
reicht da ein kleines und vielleicht banales "DANKESCHÖN" überhaupt aus?

ich weiss es nicht so genau
ich weiss nur, das mir so alles gut getan habt, was ihr gemacht, geschrieben und geherzt habt.
IHR SEID DIE BESTEN

dankeschön für alles
Hab Euch lieb!
Sehr! <3